Titelbild Wanderung Meissen

Das verlängerte Wochenende in Meißen ist schon länger geplant, doch fällt es buchstäblich fast ins Wasser. Fast zwei komplette Tage Regen liegen hinter uns, bevor am letzten Tag sich die Sonne doch noch blicken lässt. Dies nutzen wir natürlich noch für eine Wanderung durch das Spaargebirge, welches sich quasi neben Meißen befindet. Das scheint vielversprechend, denn der Herbst betört mit tollen Farben in den Weinbergen und Hängen seitlich der Elbe.

Nachdem wir das Auto an der Dresdner Straße in einer Parknische abgestellt haben, starten wir die Wanderung. Wir folgen der alten Spaargasse, die alsbald leicht bergan geht und die ersten Weinhänge passiert. An einem Vorgarten vorbeilaufend, entdecken wir einen voll behangenen Weinstock mit kräftig blauen Reben. Wir können nicht widerstehen und stibitzen jeder zwei oder drei Trauben, die sich als sehr wohlschmeckend entpuppen.

Zur Juchhöh und Boselspitze

Den Rautenbergweg folgend, erreichen wir bald den ersten Aussichtspunkt: die sogenannte Juchhöh. Von hier aus hat man einen schönen Blick über die nahen Weinberge, das Elbtal und die dahin mäandernde Elbe. Etwas weiter entfernt blickt man auf die Stadt Meißen und die auf der Anhöhe stehende Albrechtsburg. Sie wurde die letzten Jahre über wieder richtig hübsch gemacht. Von der Sonne getroffen ist sie nun weithin sichtbar ein wirklicher Blickfang, ihr fast weißer Putz sticht markant aus der Landschaft hervor.

Es geht ein Stück zurück und dann bergab. Eine kleine schmale Straße schlängelt sich durch das Spaargebirge, der wir nun folgen. Auf einer Schafweide stehen selbst gebastelte Schilder, die eines jedoch sehr deutlich zum Ausdruck bringen – der Wolf ist hier unerwünscht. Der Wolf? Hier in diesen doch recht stark besiedelten Gebiet? Das überrascht. Und doch soll sich seit einiger Zeit ein Rudel in der Gegend heimisch fühlen. Getötetes Nutzvieh und eine zähe Regulierung der Schäden erzeugen viel Unmut unter den Viehaltern. Das ist nachvollziehbar und der Staat sollte diesbezüglich klare Regelungen aufstellen, sonst leidet die Akzeptanz solcher Ansiedlungsprogramme gewaltig.

Ausblicke und Weinberge im Spaargebirge

Es geht weiter in Richtung Boselspitze, einen Aussichtspunkt mit Blick in Richtung Coswig und Elbe. Etwas links sind die Weinberge von Radebeul zu erkennen, weit hinten im Dunst liegend ist Dresden zu sehen. Wir verweilen noch kurz bevor es weiter geht, bergab in Richtung Sörnewitz. Wieder unten angekommen treffen wir auf eine kleine Straße. Dieser folgen wir nun nach links einige hundert Meter, um dann bergan zur heute letzten Aussicht zu gelangen. Die sogenannte „Römische Bosel“ liegt am Ende eines kleinen Waldstückes. Die Aussicht ähnelt der Boselspitze was aber nicht schlimm ist. Zwei Bänke laden zum Verweilen ein, wovon wir auch Gebrauch machen und uns ein letztes Mal stärken.

Zurück auf dem ursprünglichen Weg geht es auch schon wieder Retour zum Ausgangspunkt der Wanderung. Erneut laufen wir an vielen Weinbergen vorbei. Die meisten von Ihnen sind bereits abgeerntet, bei einem sind einige Personen geschäftig dabei, die Reben von Hand von den Ranken zu trennen. Auf schmalen und kaum befahrenen Straßen geht es durch den Meißner Stadtteil Zaschendorf in Richtung Elbe zurück. An einem Weinberg des Winzers Rico Hänsch geht es einen Weg hinunter, worauf wir eine alte historischen Weinpresse aus dem Jahre 1750 passieren. Sie zeigt, dass man sich hier dem Weinbau schon sehr lange widmet.

Historische Weinpresse aus dem Jahr 1750

Kurz darauf erreichen wir die Dresdner Straße, unserem Ausgangspunkt der Wanderung durch das Meißner Spaargebirge. Mit 8,7 Kilometern ist sie nicht besonders lang und doch hat sie mit drei Aussichtspunkten einiges zu bieten. Da die Route an und um die Weinberge verläuft, geht es immer wieder Mal hoch und runter, ohne aber schwer zu sein. Familien mit einem Kinderwagen sollte jedoch nicht verschwiegen werden, das einige Passagen eher ungeeignet für so ein Gefährt sind. Ansonsten ist eine Tour im Spaargebirge sehr zu empfehlen.

Gesamtstrecke: 8.7 km
Gesamtanstieg: 319 m
Gesamtabstieg: -325 m
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