Burgstädter Wandertag 2017

Der Burgstädter Wanderverein hatte am Samstag zum Wandertag aufgerufen, nun bereits in der zehnten Auflage. Diesem Aufruf leistete ich gern Folge, ist mir doch diese Gegend noch fast völlig fremd, obwohl sie direkt vor meiner Haustür liegt. Die große Runde soll nach Wechselburg und zurück führen, die ausgehändigte Karte verspricht Abwechslung auf den angesetzten 31 Kilometern. Ich bin gespannt.

Startpunkt ist der Wettinhain, einer sehr schönen Parkanlage mit Grünflächen, einem Kinderspielplatz und dem Wahrzeichen der Stadt, dem Taurasteinturm. Von der Turmspitze hat man einen schönen Rundumblick ins Erzgebirge bis hin zur Leipziger Ebene. Ich verlasse den Burgstädt Richtung Norden über einige Straßen und Wege. Alsbald befinde ich mich in der für unsere Region typischen hügligen Landschaft. Einige Felder sind bereits abgemäht und liegen brach da, auf anderen steht noch der Mais in voller Höhe.

UNTERWEGS IM CHEMNITZTAL

Bei idealem Wanderwetter geht es weiter durch ein kleines Waldstück. Ich treffe einige Pilzsammler, deren Körbe aber allesamt leer sind oder nur wenige Beutestücke enthalten. Vom momentanen Pilzreichtum, wie oft gemeldet wird, ist auch ihrer Meinung nach nicht viel zu spüren. Kurz nach dem Waldstück gibt es den ersten Verpflegungspunkt, welcher mit viel Liebe und Herzblut schön herbstlich hergerichtet wurde. Die älteren Damen freuten sich, als sie darauf ansprach. Somit wussten sie wenigstens, dass ihre Mühe nicht umsonst war und es den Wanderern auch gefällt.

Danach wendet sich der Weg dem Flusslauf der Chemnitz zu. Es ist immer wieder schön, an solchen Flussläufen zu wandern. Es geht eben dahin, ständig gibt es etwas zu entdecken. Sei es die blühende Vegetation am Rande, der aufgescheuchte Graureiher oder ein springender Fisch. Eine alte, nicht mehr befahrene Bahnlinie verläuft neben der Wegstrecke entlang. Bäume und Sträucher wuchern so langsam den Damm zu. Ab und an kreuzt die Bahnstrecke die Chemnitz und alte Brücken kommen zum Vorschein. Eigentlich schade, dass man dies alles verkommen lässt. Wäre es doch eine Möglichkeit, hier mit relativem Aufwand einen schön gelegenen Radweg zu gestalten. Aber das kostet ja Geld und bringt auf den ersten Blick keine Einnahmen, einfache Rechnung für die Kämmerer, schade.

DER WANDERTAG AUF DEN SPUREN LUTHERS

Nachdem die Chemnitz in die Zwickauer Mulde geflossen ist, folge ich nun diesem Flusslauf ohne nennenswerte Erlebnisse bis Wechselburg. Die Hälfte der Strecke liegt hinter mir. Eine Brücke über die Mulde führt aus dem Ort heraus. Danach biegt die Wanderung dann links auf einen Feldweg ab. Dieser Weg ist gleichzeitig auch ein Teil des sächsischen Lutherweges, ein Rundwanderweg quer durch Sachsen, der verschiedene Wirkungsstätten des Reformators verbindet. Diesem folgen wir nun einige Kilometer über Felder und Wiesen. Die Wegfindung gestaltet sich in dem Stück etwas knifflig, aber ich wurstele mich so durch. Hier und da erblicke ich doch noch eine Markierung, bin also noch richtig.

ES WIRD KÜHL AM BRAUSELOCH

Weiter geht es durch ein Wäldchen bergab, von wo man einen Blick auf die Rochsburg erhaschen kann. Die Zwickauer Mulde taucht wieder auf, an der es einige Zeit entlang geht. Hier gibt es wohl einen Aussichtspunkt, den Amtmannsfelsen. Leider habe ich den irgendwie verpasst bzw. Hinweisschilder übersehen, die schöne Aussicht auf die Mulde werde ich wohl zu einem anderen Zeitpunkt noch mal nachholen. Bald darauf biegt der Weg nach links bergan ab, entlang des Brauselochbachs. Dieser fließt kurvenreich und geräuschvoll über Stock und Stein bergab, sogar die Umgebungstemperatur scheint hier etwas zu sinken, ich bin am sogenannten Brauseloch.

BURGSTÄDT IN SICHTWEITE

Es geht nun langsam dem Ziel entgegen, vorbei an einer Fläche, die wie eine Wildblumenwiese ausschaut, leider sind die meisten schon verwelkt und verdorrt. Noch ein wenig Feldweg und Straße und wir haben Burgstädt erreicht, nach weiteren 2 Kilometern sind knapp 33 km absolviert, etwas mehr als ausgeschrieben.
Es war eine schöne, durchaus abwechslungsreiche Wanderung durch die hügelige Landschaft des Vorerzgebirges. Wäldchen, Fluss- und Bachläufe und auch der ein oder andere architektonische Höhepunkt waren dabei. Ich kann die Gegend guten Gewissens weiterempfehlen.

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