West Highland Way Tipps und Anregungen für deine Tour

Was ist der West Highland Way?

Der West Highland Way ist wohl der beliebteste Weitwanderweg in Schottland. Im Jahr 1980 eröffnet, sind es derweil wohl mehr als 50.000 Wanderfreunde, die ihn jährlich begehen wollen. Schon diese Zahlen zeigen, das man nicht unbedingt „einsam“ sein wird. Aber dazu später mehr.

Der Fernwanderweg hat eine Länge von 154 km (96 Meilen) und startet in einem Vorort Glasgows, in Milngavie. Von da aus führt er den Wanderer durch eine Hügellandschaft in Richtung des Loch Lomond, den größten See Schottlands. Diesen folgt man dann knapp 30 km, um dann endlich mehr oder weniger in die Highlands einzutauchen. Es geht zwischen den ersten Tausendern vorbei,
durch Wald, Wiesen, Mooren und Tälern. Vorausgesetzt das Wetter passt, hat man wirklich tolle Aussichten auf die Gipfel und das Umland. Wenn nicht, sind die Berggipfel leider nicht zu sehen und meist wolkenverhangen. Aber nun ja, so ist das nun mal in Schottland. Kurz vor dem Endpunkt der Wanderung kommt man am Ben Nevis, Großbritanniens höchstem Berg, vorbei. Man wandert direkt auf ihn zu, seitlich sieht man den Weg, der hinauf auf den Berg führt.

Mit einem Tag extra könnte dies ein lohnender Abschluss sein, sollten euch die 154 geschafften Kilometer noch nicht reichen.
Ziel des Weges ist die Stadt Fort William, die man, je nach Pensum, nach 5 oder 8 Tagen erreicht hat. Neuerdings läuft man nun in das Städtchen rein, um das
offizielle Ende mit einem Finisher Bild krönen zu können. So bekommt man auf alle Fälle die niedliche Einkaufsstraße zu Gesicht. Hurra, und dann ist es auch schon geschafft.

Für wen ist der Weg geeignet?

Tja, diese Frage ist gar nicht so leicht zu beantworten. Ein wenig kommt es auch auf die Erwartungshaltung an. Aber pauschal würde ich glatt sagen, der Weg ist für
Jedermann geeignet, für Jung und Alt, für Anfänger als auch den ambitionierten Hiker. Ich denke, hier kann eigentlich jeder auf seine Art glücklich werden. Und das ist das Tolle daran.

Der Weg ist recht einfach über Glasgow zu erreichen, kurze Zugfahrt und schwups ist man auch schon da. Hat man das Ziel erreicht, ist die Rückkehr ebenso einfach, einfach in den Bus oder Zug setzten und nach knapp drei Stunden ist man auch schon wieder in Glasgow. Hierbei sind eigentlich nur rudimentäre Englischkenntnisse erforderlich. Auch hierzu geh ich später nochmals genauer ein.

Vom Niveau her ist der WHW nicht wirklich schwer. Sicher, flach wie der Ostseestrand ist er nicht, dafür enthält er ja das Wort „Highlands“. Doch weder muss gekraxelt werden, noch sind
irgendwelche gefährlichen Passagen drin. Es gibt zwei steilere Anstiege, Conic Hill sowie die „Devils Staircase“, die einem ein wenig mehr Puste abverlangen. Doch oft geht es mehr oder weniger gemächlich bergan oder bergab. Am Loch Lomond ist es manchmal etwas mit Steinen und Felsen verbockt, wo definitiv etwas Konzentration gefordert ist, doch alles nichts, was einen Wandersmann oder -frau aus der Ruhe bringen würde. Ich empfand es sogar als erfreuliche Abwechslung mit viel Grün und blumigen Frühlingsduft.

Der West Highland Way ist wirklich sehr gut ausgeschildert. Die Pfähle mit dem sechseckigen Distelzeichen sind wohlgesetzt und lassen den Wanderer nicht im Stich. Ich glaube, ich habe nur zwei oder drei Punkte auf der gesamten Strecke gehabt, wo das ein oder andere Fragezeichen aufkam. Eine Karte oder GPS als Sicherheit sind aber trotzdem zu empfehlen.

Gibt es so etwas wie die beste Reisezeit?

Eigentlich kann man Schottland von Frühling an bis in den Herbst bereisen, solange man sich mit dem Wetter anfreunden kann. Sicher gibt es auch Hartgesottene, die so eine Wanderung im Winter versuchen, doch selbst die bekannte Weitwanderin Christine Thürmer kann dieses Unterfangen keinem empfehlen, wie sie in einem Beitrag mal schrieb.

Geht man also von der „normalen“ Wanderzeit aus, muss man trotzdem oft mit Nieselregen,
wolkenverhangenen Bergen und mit Pfützen übersäten Wegen rechnen. Man kann halt Glück haben mit ein paar Tagen trockenem Wetter oder aber auch eine Woche Regen erwischen, die geografische Lage lässt wohl eine stabile Wetterlage nicht zu.

Und trotzdem kann man ein wenig nach den statistischen Werten gehen. Und diese besagen, dass der Monat Mai wohl ein recht günstiger Zeitpunkt ist. Zum einen hat er die wenigsten Regentage im Jahr und zum anderen auch die geringste Niederschlagsmenge. Und zu mindestens für dieses Jahr kann ich das mehr als bestätigen und würde diese Zeit auch wärmstens empfehlen.
Der Ginster blüht im schönsten Gelb, die Natur ist nach dem Winter im vollen Wachstum mit viel Grün und duftenden Blumen, was gerade am Loch Lomond ziemlich viel Freude beim Wandern bereitet.

Aber noch ein anderer Punkt spricht für den Mai. Und zwar wegen den Midges. Das sind kleine, 1-2 mm große kleine Fliegen, die nicht stechen wie Mücken, aber einen in die Haut beißen. Zu dieser Zeit sind sie noch nicht so zahlreich, mit viel Glück kaum vorhanden.
Sie sind echt ein wenig nervig. Passt man nicht auf, ist man von den Bissen und den folgenden roten Punkten übersät. In diesem Zusammenhang kann ich euch Smidge empfehlen.
Es ist eine gar nicht so übel riechende Lotion und ich bilde mir ein, dass sie ihren Dienst recht erfolgreich versehen hatte. Die Bissfreudigkeit nahm spürbar ab.

Die Anreise

In der Regel wird es wohl so sein, das ihr am Flughafen in Glasgow ankommen werdet. Dieser liegt etwas außerhalb des Zentrums der schottischen Stadt, was aber hier kein Problem ist. Glasgow stellt den Touristen hier einen tollen Service zur Verfügung und dieser ist die Buslinie 500. Einen Bustransfer der rund um die Uhr und das ganze Jahr zur Verfügung gestellt wird.

Und dies zu einem wirklich angenehmen Tarif, einfaches Ticket zu 8 Pfund, Open Return für 12 Pfund. Bei letzterem Ticket handel es sich um 2 Single Tickets (also Hin- und Rückfahrt), die innerhalb von 28 Tagen eingelöst werden müssen. Also für den WHW Trip ideal und wohl das Ticket, was gewählt werden sollte.
Der Bus fährt vom Flughafen von Stance 1 (sowas wie ein Haltepunkt/Haltestelle) ab, welcher sich am Ausgang des Flughafens gleich ganz links befindet. Markiert durch eine kleine Absperrung ist ganz einfach zu finden.
Für alle Onlinejunkies: es gibt freies WLAN an Board und jeder Sitz verfügt über eine USB-Lademöglichkeit. Grandios.

INFOS zur Buslinie 500
informativer FLYER zur Buslinie 500
HIER eine Karte mit den Ein- und Ausstiegspunkten in Glasgow

Eine Karte von Glasgow die Ziel- und Abfahrtspunkte der Linie 500 anzeigt.
Karte mit den Ein- und Ausstiegpunkten (HIER erhältlich)

Wer nach dem Flug in einem Hotel in Glasgow unterkommt, sucht sich die für ihn günstigste Haltestelle raus. Wollt ihr gleich weiter nach Milngavie, so kann ich Haltestelle 3 rot, den George Square an der Queen Street Station empfehlen. Zum einen habt ihr hier einen guten Zugang zur Buccanan Street (der Haupteinkaufsstraße in Glasgow), um evtl. Gas, Smidge oder andere Sachen für die Tour zu kaufen, zum anderen ist die Queen Street Station direkt um die Ecke.

Lageplan an der Glasgow Queen Street Station

Eine Karte von Glasgow die einen Outdoorshop und die Queens Station markiert.
Karte hergestellt aus Openstreetmap Daten Lizens: Open Database License (ODbL)
  • roter Punkt – TISO, Sportartikelausrüster; hier bekommt ihr Gas, Smidge oder andere notwendige Mitbringsel
  • gelber Punkt – Haltestelle George Square an der Queen Street Station vom Bus
  • grüner Punkt – Eingang Queen Street Station zur Weiterfahrt nach Milngavie

Von der Queen Station könnt ihr mit dem Zug problemlos zum Startpunkt nach Milngavie fahren. Die Kosten liegen bei 3,40 Pfund für die einfache Fahrt, die ungefähr 25 Minuten dauert. Züge fahren wohl alle 30 Minuten – 1 Stunde. Weitere Informationen zu den Abfahrtszeiten könnt ihr z. Bsp. HIER abrufen.

Kommt ihr nun in Milngavie an, so fühlt es sich ein wenig an, als werdet ihr ganz lieb gedrückt und an die Hand genommen. Ihr verlasst den Bahnhof und schon prangt das erste Schild zum West Highland Way an der Wand.
Und sofort werdet ihr den Weg zum Startpunkt gewiesen. Ich habe mich sofort ziemlich wohlgefühlt, obwohl ich doch fremd war. Also keine Angst, das ist alles machbar und gar nicht schwierig. Nur Mut.

Übernachtungsmöglichkeiten am West Highland Way

Beim Thema übernachten gibt es wohl zwei Möglichkeiten, die wohl am häufigsten genutzt werden: das Zelten und die Übernachtung im Hotel, Pension oder Bed & Breakfast. Egal für was du dich auch entscheiden solltest, der Weg bietet hier jedem genug Möglichkeiten.

Zelten

Zelten ist die Variante, für die auch ich mich entschieden hatte. Zum ersten Mal in meinem Leben, was ich aber, um es vorweg zu nehmen, garantiert nicht bereut habe.
In Schottland gilt das Jedermannsrecht, sprich, vom Prinzip her könnt ihr überall euer Zelt aufstellen, wenn ihr einige Regeln beachtet. Ihr solltet nicht an oder um Gebäuden zelten (Farmen zum Beispiel) und euren Müll gilt es natürlich wieder mitzunehmen. Eine kleine weitere Einschränkung gibt es aber am West Highland Way aber dennoch: Um die Besucherströme in Schottland etwas zu kontrollieren, gibt es im Nationalpark sogenannte „Camping Management Zones„, welche zwischen März und September bestehen.

Eine Karte der Camping Management Zones rund um den Loch Lomond.
Ausschnitt der Camping Management Zones am WHW – Quelle: Lochlomond-trossachs.org

Das bedeutet, ihr weicht entweder auf Hotels aus, bleibt auf den offiziellen Zeltplätzen oder holt euch eine Erlaubnis (Permit), das ihr an einem vorgesehenen Platz wild zelten könnt. Ich habe letzteres getan und es nicht bereut. Das Plätzchen nahe Rowardennan (oben in der Karte angezeigt, Lochan Maol Dhuinne genannt) liegt etwas vom Weg ab direkt auf einer kleinen Landzunge am See. Ein kleiner steiniger Strand ist vorhanden und lädt förmlich zu einem erfrischenden Bad ein.

Die Permitarea von Lochan Maol Dhuinne am West Highland Way.

Die Permits sind vorab der Übernachtung zu buchen und kosten eben mal 3 Pfund, was meiner Meinung nach völlig OK ist. Tut dies auch, denn das Ganze wird auch wirklich kontrolliert. Gegen 20.00 Uhr hatte ich noch Besuch von zwei netten Rangern, die von allen die Permits kontrolliert haben. Die Erlaubnis könnt ihr HIER vorab buchen.

Abgesehen von dieser kleinen Einschränkung beim Zelten am WHW ist es völlig problemlos und sicher. Wer wild zeltet, sollte evtl. dennoch vorab mögliche Plätze anhand seines Pensums ausspähen und bekannte Spots, wie den an der Bridge of Orchy, mit einzubeziehen. Zeltplätze sind am Weg zahlreich gestreut, von klein bis groß. Im Mai ist ein Reservieren auf den öffentlichen Zeltplätzen wohl nicht nötig, überall waren noch ausreichend Stellmöglichkeit vorhanden. So bleibt einem auch etwas Spontanität erhalten und man bleibt flexibel.

Hotels, Pensionen, Bed & Breakfast

Dies ist die andere Variante, am West Highland Way seine Nacht zu verbringen. Wirklich viel kann ich zu diesem Punkt für euch aber nicht beitragen, denn ich habe diese Option unterwegs schlichtweg nicht benutzt.

Trotzdem kann man sagen, das eigentlich immer eine Möglichkeit besteht, irgendwo zu übernachten, vor allem aber an den End-/Startpunkten der offiziellen Etappen. Um hier einige Mal zu nennen:

  • Drymen (Dörfchen liegt etwa 1-2 km abseits des Weges, hat einige Übernachtungsmöglichkeiten zu bieten sowie für Verpflegung einen SPAR Markt)
  • Balmaha (erster Ort nach dem Conic Hill am Loch Lomond, netter kleiner Laden vorhanden)
  • Rowardennan
  • Inversnaid (Hotel am See, gleich neben den schönen Wasserfall)
  • Crainlarich (auch ca. 1 km abseits)
  • Tyndrum (der Ort mit der berühmten Tankstelle und Laden, lecker Essen 🙂 und Lademöglichkeit für die Elektronik)
  • Bridge of Orchy (kleiner Ort, aber wohl größeres Hotel)
  • Glencoe Mountain Resort (es werden wohl Hütten/Bungalows angeboten)
  • Kinlochleven (größeres Städtchen mit Einkaufsmöglichkeit)
Ein typisch englische B&B Unterkunft am West Highland Way in Drymen.

Die Aufzählung ist sicher nicht vollständig, aber ein guter Anhaltspunkt, um bei der Etappenplanung über Google sich Möglichkeiten herauszusuchen. Bei dieser Art zu wandern empfiehlt es sich jedoch, vorab seine Plätze bereits zu buchen, nicht das man dann vor ausgebuchten Hotels oder Pensionen steht. 
Auch bei dieser Art des Reisens ist es möglich, sich leicht und komfortabel fortzubewegen. Dem Gepäcktransport sei Dank. Dabei übernimmt ein Transportunternehmen für euch den Transport eurer Gepäckstücke, so das ihr einen kleinen Rucksack mit den täglich benötigten Sachen braucht. Dieser Service kostet pro Gepäckstück ca. 50-60 Euro, für manchen sicher eine Option. Ein Unternehmen, das dies für euch leistet, ist zum Beispiel Travel-Lite. Sicher gibt es aber auch noch weitere.  

Verpflegung

Über die Verpflegung habe ich mir im Vorfeld schon einige Gedanken gemacht. Man kann zwar anhand von einigen Onlinekarten schauen, was in den Örtchen alles für Einkaufsmöglichkeiten gibt, doch bleibt eine gewisse Unsicherheit. Für den West Highland Way kann ich aber sagen, das dies völlig unbegründet ist. Mein mitgenommenes Müsli oder meine Riegel hätte es im Grunde gar nicht gebraucht, meistens hat man am Tag oft mehrmals die Möglichkeit, in einem Markt einzukaufen oder in einem Hotel einen Snack oder Kaffee zu genießen.

Auch wenn es ziemlich einfach ist, sich unterwegs zu Verpflegen, sollte man doch im Vorfeld mal geschaut haben, wo und in welchen Entfernungen die jeweiligen Möglichkeiten bestehen, vor allem, wenn man mit dem Zelt unterwegs sein will. Die kleinen Städtchen habe oftmals irgendeinen Markt, der fast alles nötige führt. Dies Läden sind zwar etwas teurer, doch bleibt alles noch im Rahmen. Zum Beispiel kostet hier dann 1,5L Wasser 1,2 Pfund, selbiges bekommt man in Glasgow für 0,60 Pfund. Wurstwaren sind in Großbritannien deutlich teurer als bei uns, zwischen 3 und 4 Pfund kosten dann schon mal 200 Gramm Wurstaufschnitt. In folgenden Städtchen konnte ich in einem Markt einkaufen gehen:

  • Milngavie (etwa 300 m vom Startpunkt entfernt)
  • Drymen (SPAR)
  • Balmaha (ein kleiner Laden)
  • Iverarnan/Beinglas Farm (kleiner Laden am Zeltplatz)
  • Tyndrum (der berühnmte „Green Welly Shop“)
  • Kinlochleven (CO-OP Markt)
Der kleine aber nette Village Shop in Balmaha. am West Highland Way

Sollten es nicht die Märkte sein, so hat man unterwegs an den zahlreichen Zeltplätzen oftmals die Möglichkeit, etwas für den Hunger oder Durst zu erstehen. Hier und da hat man ein kleines Cafe oder eine kleine Einkehrmöglichkeit, in der man sich stärken kann. Auf den ersten Teil des Weges gibt es sogar eine Art „Hiker-Boxen“, kleine Kisten mit Riegeln, Getränken oder Snacks. Man legt dafür einen kleinen Betrag rein und kann sich etwas mitnehmen, 1 Pfund für einen Riegel oder Wasser zum Beispiel.
Alles in allem kann man sagen, das ihr unterwegs wohl nicht verhungern oder verdursten werdet, dafür ist die Infrastruktur einfach zu gut. Angebracht ist aber sicher immer, noch etwas parat im Rucksack zu haben, um flexibel zu bleiben oder man eine Möglichkeit verpasst hat.

Ziel erreicht: Fort William

Nach langen und schweißtreibenden 154 Kilometern erreicht ihr, hoffentlich glücklich und wohlbehalten, den Zielort des West Highland Ways in Fort William. Der alte Zielpunkt liegt am Stadteingang und ist noch vorhanden (ein Schildchen und die Bänke stehen noch immer), für den neuen Zielpunkt seit 2010 geht es aber nun in die Stadt. Es geht neben einer viel befahrenen Straße entlang in Richtung Stadtkern, man läuft die Einkaufsstraße runter und ist dann endlich da. Die „Sore Feet Statue“ markiert das Ende eurer Reise auf dem WHW.

Den Endpunkt des West Highland Way markiert die "Sore Feet Statue".

Wer noch kann, der kann in der Stadt ein wenig bummeln gehen oder sich etwas umschauen. Es gibt nicht viel, aber die Kirche ist nett anzuschauen, auch die Einkaufstraße an sich fand ich sehenswert. Viele kleine Läden, eine tolle, irgendwie landestypische Architektur. Harry Potter Fans können am Bahnhof evtl. einen Blick auf den „The Jacobite“ erhaschen oder gar einen Tagesausflug damit Unternehmen. Am See sind die Überreste (und viel mehr ist es wirklich nicht) des alten Forts zu sehen, was aber nicht wirklich ein Muss ist.

Ein wunderschönes Haus in der Einkaufsstraße von Fort William.
Haus in der Einkaufsstraße in Fort William

Sicher werden hier einige noch einmal eine Nacht verbringen, ob nun in der Stadt oder auf dem Zeltplatz am Ben Nevis. Doch mehr oder weniger ist das Abenteuer hiermit beendet und man macht sich Gedanken an die Rückreise.

Rückfahrt nach Glasgow

Die meisten Wanderer werden, nachdem sie das Ziel Fort William erreicht haben, am selben oder nächsten Tag zurück nach Glasgow fahren. Hierfür bieten sich 2 Möglichkeiten an: einmal der Zug oder zum anderen der Bus. Bei beiden müsst ihr mehr oder weniger den Bahnhof aufsuchen, der sich beim Fort William Travel Centre befindet.

Bus

Diese Art der Rückreise habe auch ich gewählt. Zum einen kann man sein Ticket schon vorab buchen (z.Bsp. bei Citylink) und auch bezahlen, so das man mit dem Ausdruck der Buchung Zugang zum Bus bekommt. Hier ist aber zu beachten, dass ihr dann zwingend diesen von euch gebuchten Bus auch nehmen müsst. Sollte also etwas dazwischen kommen oder ihr euch verspäten, dann sieht es schlecht aus.

Ein Bus der Transportgesellschaft Citylink in typischen blau-gelb.

Solltet ihr erst Vorort buchen wollen, so könnt ihr das nicht im „Bahnhof“ selbst, sondern im Shop der „Caledonian Macbrayne Tour“, der sich im Bahnhofsgebäude auf der Supermarkt zugewandten Seite befindet. Er wurde uns als Shop für die Fähren beschrieben, aber ein Bus Ticket bekommt man da auch. Es kostet je nach Zeitpunkt der Reise so um die 25 Pfund, Reisezeit etwas mehr als 3 Stunden.

Ich empfand das nach der Wanderung noch mal schön, mehr oder weniger den Weg auf der A82 Retour zu fahren, nachmal einige Punkte zu sehen, wo man vor Tagen entlang gewandert ist. Wie ein kleiner Film der rückwärts läuft…

Zug

Wer lieber mit dem Zug zurückfahren will, der muss ebenso ins Travel Centre von Fort William. Hier befindet sich der Schalter für die Tickets im Gebäude. Wer vorab buchen möchte, der hat zum Beispiel bei Trainline die Möglichkeit dazu. Hierbei gibt es das „Advanced Single Ticket“, wo ihr euch an einen bestimmten Zug bindet, was mit ca. 27 Pfund zu Buche schlägt. Alternativ gibt es noch das „Anytime Day Single“, bei dem ihr euch zwar bei der Strecke festlegt, es aber innerhalb des gebuchten Tages nutzt. Diese Flexibilität kostet euch dann ca. 36 Pfund.

Lageplan des Fort William Travel Centre

Die Abfahrtspunkte in der Karte von Fort William markiert.
Karte hergestellt aus Openstreetmap Daten Lizens: Open Database License (ODbL)
  • roter Punkt – Travel Centre Caledonian Macbrayne Tour Shop – hier bekommt ihr eure Busfahrkarten
  • gelber Punkt – Travel Centre Ticket Schalter für die Zugtickets
  • blauer Punkt – Abfahrtspunkt der Busse nach Glasgow 

Start- und Zielpunkt des West Highland Way – Glasgow

Das wird wohl für die meisten internationalen Wanderer des West Highland Ways zutreffen. Da könnte sich doch auch die Frage aufdrängen, ob man die Chance nutzen sollte und die Stadt noch ein oder zwei Tage besuchen und erkunden zu wollen. Ob ihr das tut oder auch nicht, eins ist sicher: Auch wenn der WHW keine Wildnis ist, wenn ihr in Glasgow ankommt, trifft euch die Zivilisation mit voller Wucht, mit all ihrer Hektik und Lautstärke, Gedränge und Überfluss. Schon Wahnsinn, was so ein paar Tage fernab des Trubels ausmachen.

Sollte ich eine Empfehlung aussprechen wollen, so würde ich sagen, ein Tag reicht für Glasgow, was aber meine persönliche Meinung ist. Durch meine Überlastung am Knie hatte ich 2 Tage in Glasgow verbracht, war ok, aber kein Muss. Zu meinen Highlight gehörten

  • die Kathedrale von Glasgow
  • Glasgow Necropolis  – der Friedhof neben der Kathedrale, interessant anzuschauen und zugleich einen tollen Blick über Glasgow selbst
  • Buccanan Street – die Haupteinkaufsstraße, zwar überfüllt und laut, aber Musikanten oder Tänzen geben ihr Bestes um gehört und gesehen zu werden, von Dudelsackmusik bis Break Dance, super…auch ja, und einkaufen könnt ihr da auch, 2 Einkaufscenter befinden sich an dieser Straße zusätzlich
  • ein Spaziergang am Fluss Clyde in Richtung Glasgow Sience Centre – einige andere Einblicke in die Stadt sowie dann durchaus sehenswerte, moderne Architektur 
  • achtet auf die vielen, wirklich tollen Wandbilder an den Hausfassaden, die sind echt toll
Bei einem Bummel durch Glasgow darf der Besuch der Necropolis nicht fehlen.
Glasgow Necropolis – auf alle Fälle einen Besuch wert

Es gibt noch einige Museen zu bestaunen, einen Park zum Bummeln oder auch die typische Hop On Hop Off Stadtrundfahrt. Man kann einen Tag gut ausfüllen, Abends noch in eine der vielen Lokalitäten den Tag ausklingen lassen und in Gedanken den Weg Revue passieren lassen. 

Mein persönliches Fazit

Ein halbes Jahr hatte ich mich auf diese Reise vorbereitet, viel gesucht und viel gelesen. Es standen viele neue Sachen auf dem Programm, die ich erleben würde. Von fremden Gegebenheiten bis hin, zum ersten Mal zu zelten. Und es hat sich gelohnt. Der West Highland Way ist aus meiner persönlichen Sicht definitiv eine Reise wert, gerade auch als „Anfänger“.

Er hat eine sehr gute Infrastruktur was An- und Abreise betrifft, ist sehr gut markiert und hat keine nennenswerten Schwierigkeiten an sich. Er bietet abwechslungsreiche Einblicke in die Natur, von lila blühenden Graslandschaften (natürlich in Abhängigkeit des Reisezeitpunktes → Mai 🙂 ), goldgelben Ginster, grünen Wiesen und bis hin zu kargen Berghängen. Die Leute sind nett, die Verpflegung stellt kein Problem dar und mit etwas Planung ist die Übernachtung auch gesichert.

Evtl. hat euch ja diese kleine Zusammenfassung beim Planen geholfen, vielleicht liegt die Reise noch vor oder bereits hinter euch. Wie waren eure Erfahrungen, was hattet ihr für Eindrücke? Schreibt gern dazu was in die Kommentare…

Ein Wegweiser des West Highland Way.

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