Packliste für den West Highland Way


Der Trip nach Schottland ist nicht mehr lange hin. Höchste Eisenbahn also, meine Packliste für den West Highland Way zu konkretisieren. Und ja, es war eine schwere und leider auch lange „Geburt“, aber das hatte seine Gründe.
Zum einen ist es mein erster Trip mit dem Zelt. Viele Ausrüstungsgegenstände wurden im letzten dreiviertel Jahr angeschafft, mit der Perspektive, (Ultra)Light zu sein. Man glaubt gar nicht, wie oft man da jedes Mal abwägt, ob man dies und das wirklich benötigen könnte. Und aufgrund der fehlenden praktischen Erfahrung ist das gar nicht so einfach. Man kann sich sicher viel anlesen, um Sachen zu beachten, die erfahrene Wanderer bereits erfolgreich praktizieren. Kurz gesagt, um schon im Vorfeld zu versuchen, grobe Fehler zu vermeiden.


Zum anderen setzt wohl jeder andere Präferenzen, jeder hat seine eigene Komfortzone was er als wichtig und unverzichtbar ansieht. Der eine Wanderer legt darauf mehr wert, einem anderen Wanderer ist das eventuell egal. Das bekommt man aber erst mit, wenn man es auch tut, und nicht nur darüber philosophiert. Deshalb ist diese Auflistung sicher ein guter Ansatz, ein Sammelsurium unerfahrener Gedanken, mehr aber auch nicht. Es wird sicher dazu ein Review geben, wie erfolgreich diese meine Gedanken sind und waren.

Der Rucksack und Drybags für den West Highland Way.

RUCKSACK / PACKSÄCKE

ANZAHLAUSRÜSTUNGGEWICHT IN GRAMM
1Rucksack Hyberg Attila in L565
1Liner (Müllsack)85
2Drybag 8L35
1Drybag 4L24
Gesamt:544

Hier gibt es nicht viel zu sagen. Der Attila wurde aus Preis/Leistungsgründen ausgewählt. Der Rucksackliner ist ein wirklich straffer Baumüllsack, was ihn leider unerwartet schwer macht. Hier bin ich noch am überlegen, ob nicht auch ein dünnerer Müllsack ausreichen sollte. Ein 8L Drybag für den Schlafsack, ein anderer für Wechselwäsche und Kleinzeug, der 4L Drybag für die Daunenjacke.

Das Ganze Equipment zum schlafen, vom Schlafsack bis zum Zelt.

SCHLAFEN

ANZAHLAUSRÜSTUNGGEWICHT IN GRAMM
1Zelt Tarptent ProTrail inkl. Packsack724
1Isomatte NeoAir Xtherm436
1Pumpsack53
4Hering MSR Groundhog52
4Hering Gosamer Gear20
1Packsack Hering2
1Liner Cocoon Mummy Seide118
1Cumulus LiteLine 300 (L-10cm)709
1Tyvek Groundsheet136
1Evamatte 3mm145
Gesamt:2395

Dieses Setup sieht üppig aus. Trotzdem habe ich versucht, auch hier das Gewicht nicht aus den Augen zu verlieren. Das Einwandzelt ist von Tarptent, der selbstgebastelte Tyvek Groundsheet soll das Ganze von unten schützen. Die aufblasbare Isomatte NeoAir Xtherm habe ich mir letztes Jahr bereits geholt, als sie in einem Angebot war. Sie ist leicht schwerer als andere Isomatten, aber  jetzt noch einmal etwas anderes zu kaufen, wäre nun auch quatsch gewesen. Die Evamatte soll die NeoAir schützen, ein Zusatzgewicht, was sich hoffentlich in der Zuverlässigkeit der Matte niederschlagen wird. Bei den Heringen wurden kurzfristig die Easton gegen die MSR Groundhog ersetzt, alles in allem denke ich, sind sie etwas vielseitiger. Zu guter Letzt noch der Cumulus Daunenschlafsack in L und 10 cm mehr Länge, hydrophober Daune und Pertex Endurance Stoff, damit ich mir um ein gewisses Maß an Feuchtigkeit keine Gedanken machen muss.

Mein ganzes Kochzubehör für des West Highland Way.

KÜCHE

ANZAHLAUSRÜSTUNGGEWICHT IN GRAMM
1MSR Pocket Rocket 274
1MugPot 900 Ti96
1PotCozy36
1Spork Titan19
1Feuerzeug19
Gesamt:244

Auch bei der Küche nur das Nötigste. Der Gaskocher von MSR, ein Titanium Pot zum Erhitzen von Wasser und mein PotCozy. Mit diesem selbst gebastelten Teil sollen die Speisen (in meinem Fall wohl z. Bsp. Couscous oder einfache Tütennudeln) im zuvor gekochtem Wasser ziehen können. Die Gaskartusche wird erst in Glasgow gekauft, weil diese auf Flügen nicht erlaubt sind.

Alles was ich ich in der Packliste in der Rubrik Hygiene drin habe, Handtuch, Zahnpaste, Medizinsachen und Zeckenschlaufe.

HYGIENE / ERSTE HILFE

ANZAHLAUSRÜSTUNGGEWICHT IN GRAMM
1Zeckenschlinge8
1Handtuch Packtowel Nano22
1Zahnbürste7
1Erste Hilfe Set31
1Hirschtalg Creme45
1Zahnpasta30
1Leukotape14
1Toilettenpapier11
Gesamt:168

Die Zeckenschlinge ist hier selbsterklärend, ein kleines Handtuch, wobei ich hier noch ein Fragezeichen setzen würde. Braucht man es wirklich? Zahnbürste und Zahnpasta sind auch klar. Da ich ziemlich Blasen anfällig bin, leiste ich mir hier den Luxus von Hirschtalg. Der hält die Füße schön geschmeidig, mit anderen Worten, ich hoffe ich bleibe blasenfrei. Des weiteren stellt er einen guten Hautschutz dar, sollte ich doch durch einige Regentage dauerhaft nasse Füße haben. Das Leukotape als Schutz, wenn die Fußsohle doch anfangen sollte zu brennen. Zu guter Letzt, das Erste Hilfe Set. Enthalten sind Pflaster, Desinfektionsmittel, Blasenpflaster (Compeed), Schmerzmittel, Ibuprofen. Die Blasenpflaster machen hierbei den Löwenanteil am Gewicht aus, da ich aber nicht einschätzen kann, wie sich meine Füße aufgrund der Dauerbelastung schlagen, sind hier 3-4 Pflaster mehr drin als evtl. nötig.

Meine Bekleidung für den WHW die ich am Körper tragen werde.

BEKLEIDUNG AM KÖRPER

ANZAHLAUSRÜSTUNGGEWICHT IN GRAMM
1Socken kurz compr.56
1Gamaschen Dirty Gaiters31
1Schuhe Altra Lone Peak 3.0 Gr.45632
1Undershort Merino76
1Shorts inkl. Gürtel267
1CUBE Funktionsshirt kurz70
1Long Sleeve Merino218
1Fleece Pullover dünn279
1Kappi81
1Buff Merino53
Gesamt:1763

Bekleidung, ob am Körper oder zum Einpacken, ist der Punkt bei mir mit den meisten Fragezeichen. Zum einen, bin ich eine fürchterlich frostige Natur. Wo andere bereits im T-Shirt rum Turnen, trage ich noch lang mit Jacke dazu. Zum anderen geht es nach Schottland, es ist nicht gerade für dauerhaften Sonnenschein und 25 Grad bekannt. Das macht die Auswahl etwas vage. Folglich ist meine Auswahl ein Versuch, im Vorfeld diesen Punkten gerecht zu werden.

Ein dünnes Funktionsshirt, ein Longsleeve und ein dünner Fleece-Pullover sollten bei zu erwartenden 15 Grad für mich ausreichen. Sollte es wärmer werden, kann relativ schnell auf eine Schicht verzichtet werden. Die Gamaschen dienen dem Schutz, ständig Steine, Baumnadeln oder andere Sachen im Schuh und in den Socken zu haben nervt einfach. Undershort ist klar, bei der Short habe ich mich nun dafür entschieden. Geplant war eine kurze Laufhose, doch hat diese keinerlei Taschen, was mich ein wenig stört. Werde also sehen, ob die 100 Gramm mehr dem praktischen Nutzen gerecht werden. Der Buff als Allzweckwaffe ist ein Muss.

Ganz schwierig ist die Entscheidung mit den Schuhen. Die Altras sind bequem und laufen sich super. Doch merke ich auch, dass die 0 mm Sprengung durchaus ihre Wirkung entfalten, sprich, auf langen Distanzen bekomme ich noch ein ziehen im Wadenbereich sowie den Sehnenansetzen im Fersenbereich. Ein Tag Anstrengung ist kein Problem, doch habe ich davon sicher 5-6 Tage. Und ich habe keine Lust, kürzertreten zu müssen oder gar eine Pause machen zu müssen, nur weil die Sehnen rumspinnen. Werde nun damit laufen, der letzte Test war durchaus vielversprechend.

Meine Wechselbekleidung für den WHW. Unter anderem Daunenjacke, Windjacke, Regenrock und langes Shirt.

BEKLEIDUNG WECHSEL / WITTERUNG

ANZAHLAUSRÜSTUNGGEWICHT IN GRAMM
1Decathlon Windjacke111
1Decathlon Regenjacke RainCut L202
1Daunenjacke Cumulus Incr. Endurance350
1Decathlon Longsleeve Merino215
1Funktionshose lang144
1Decathlon Lauftight Lang164
1Rain Kilt (Swirl Müllsack)25
1Socken kurz compr.56
Gesamt:1267

Hier kommen nun die Kleidungsstücke, die entweder zum Wechseln sind oder mir Schutz vor widrigen Wetterbedingungen bieten sollen. Da es sich um Schottland handelt, muss ich einfach von wechselnder Witterung ausgehen. Sollte es kühl und windig werden, sollte die Windjacke extra Schutz bieten. Außerdem kann ich dann unter meine Short die lange Lauftight anziehen. Diese bleibt wohl auch bei regnerischem Wetter an, hinzukommt kommt dann die Regenjacke und der aus einem Müllsack gefertigtem Regenrock. Nicht unbedingt der letzte Schick, doch bin ich bis über die Knie vor Nässe und Wind von der Seite und oben geschützt, es ist luftig und vor allem leicht. Der Sack ist etwas dehnfähig, womit ein schnelles Reißen eigentlich nicht sein passieren dürfte. Natürlich ist er für Gestrüpp oder scharfkantigen Gestein ungeeignet, aber das ist bei dieser Tour fast nicht zu erwarten. Ich bin selbst gespannt, ob das funktioniert.

Zum Schluss noch die wärmende Isolationsjacke, die Cumulus Incridilite Endurance. Das Merino Longsleeve als auch die lange Funktionshose sind die wärmenden Notsachen, falls ich mal komplett durchweicht werden sollte. Ebenso dienen sie als Bekleidung für die Nacht. Gefühlt hätte ich diesen Part gern etwas leichter gehabt, doch mache ich das jetzt mal so. Abschließend noch ein Paar Socken zum Wechseln.

In der Packliste für den West Highland Way darf die Technik nicht fehlen. Smartphone, Ladegerät, Garmin GPS und Stirnlampe.

TECHNIK

ANZAHLAUSRÜSTUNGGEWICHT IN GRAMM
1Smartphone LG G4177
1GPS Garmin Etrex 30x151
1Ladekabel23
1SKROSS Steckdosenadapter für GB / 2x USB42
1ANKER Powerbank 10.000 mAh251
1CANON G7X MK II322
1Stirnlampe Black Diamond Spot (inkl. Batterien)89
1Tripod153
Gesamt:1208

Technik, na ja. Alles ganz schön gewichtig, das treibt das Gewicht doch nach oben. Aber zum einen bin ich nur knapp eine Woche unterwegs, zum anderen muss ich probieren, ob das so passt oder überdimensioniert ist. Schwierig. Auf dem Smartphone habe ich Locus Maps darauf, mit dem Track und einigen Informationen darauf. Es dient weiterhin für Fotos, Kommunikation und Internet. Das Etrex ist zum tracken und als Backup da, sollte das Smartphone ausfallen. Der Vorteil ist, es kann mit ganz normalen Batterien genutzt werden. Unsicher bin ich mir, ob es in dieser Form wirklich von Nutzen ist.

Die Canon Kompaktkamera (nicht auf den Bild) hat doch einige Optionen und Möglichkeiten mehr als das Smartphone. Zum Beispiel hoffe ich, mal so einen richtigen Nachthimmel vor die Linse bekommen zu können. Eventuell gibt es die Möglichkeit auch mal ein Zeitraffer oder ähnliches zu probieren. Es ist ein Versuch, die Erfahrung wird zeigen, ob dieses Gewicht bei zukünftigen Unternehmungen eingespart werden kann.

Die Powerbank ist auch ein ganz schöner Klotz. Da ich eigentlich nur zelten möchte, ist eine feste Wohnunterkunft eigentlich nur für die letzten 1-2 Tage geplant. Evtl. kann man in Restaurants oder ähnlichen Mal zwischen laden. Aus der Ferne kann ich das aber aus jetziger Sicht nur schwer einschätzen. Die 10.000 mAh sollten mich aber für eine Woche für Kamera und Smartphone aushalten. Der Adapter hat 2 USB-Anschlüsse, das erspart mir das Mitführen eines Netzsteckers. Die ist Stirnlampe für den Fall der Fälle und natürlich für nächtliche Orientierung, wenn ich Nachts mal rausmuss.

Und nun noch Sonstiges, wie etwas Trekkingstöcke, Geldbörse, Messer und Wasseraufbereiter.

SONSTIGES

ANZAHLAUSRÜSTUNGGEWICHT IN GRAMM
1Trekkingstöcke Fizan Compact342
1Taschenmesser OPINEL N.0628
1Geldbörse / Kartenhalter53
1Aquamira Wasserfilter84
Gesamt:507

Trekkingstöcke sind leicht, dreiteilig und zum Drehen. Sie dienen auch als Halterung zum Zeltaufbau. Das Taschenmesser, falls ich mal was zum Schneiden benötige, Geldbörse ist auch klar. Aquamira, wenn ich mal sauberes Wasser brauche, auch wenn ich nicht wirklich weit weg von irgendwelchen Restaurants oder ähnlichen bin. Aber besser man hat, als man hätte.

AUFSTELLUNG GESAMTGEWICHT

Rucksack / Packsäcke744
Schlafen2395
Küche244
Körperpflege / Erste Hilfe168
Bekleidung (am Körper)1763
Bekleidung (Wechsel / Witterung im Rucksack)1267
Technik1208
Sonstiges507
GESAMTGEWICHT8396
BASISGEWICHT (OHNE KLEIDUNG AM KÖRPER + STÖCKE)6291

Das ist sie nun also, meine Packliste für den West Highland Way. Wie Eingangs beschrieben, tue ich mich momentan schwer, das wirklich einzuschätzen. Einige Erfahrungen müssen aber selbst gemacht werden, um Dinge für sich selbst einzuschätzen. Ich bin selbst gespannt. Abschließend muss ich sagen, für den ersten Versuch und dem Plus an üppiger Technik, finde ich die 6,291 kg Basisgewicht leider etwas zu viel. Gern wäre ich mit 600-700 Gramm weniger ausgekommen. Aber dazu ist einfach zu viel „experimentel“ darunter, die Erfahrung wird es mich ganz sicher lehren.

Wie seht ihr die Liste? Habt ihr Anregungen, Meinungen oder Verbesserungsvorschläge? Lasst es mich wissen, habe dafür immer ein offenes Ohr.

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