Wandern durch das Schwarzwassertal

Es soll ein schöner Herbsttag werden, vielleicht der letzte für dieses Jahr. Die Gelegenheit wollen meine Frau und ich nutzen, um bei einer Wanderung das nahe Erzgebirge zu erkunden. Schon vor einiger Zeit hatte ich einen Fernsehbeitrag gesehen, wo vom Schwarzwassertal berichtet wurde, nebst der Institution des „Kaffee Kurt“. Das sah interessant aus, mit 14 km nicht all zu groß, eine schöne Tagestour.

Die Anreise ist problemlos und ein Parkplatz ist schnell nahe der Naturschutzstation Pobershau gefunden. Über eine kleine Brücke bei der Station queren wir die Schwarze Pockau. Ein schöner Waldweg führt nun entlang des kleinen Flusses. Es ist bestes Wanderwetter, die Sonne schaut durch die Wolken, die Vögel zwitschern und von anderen Wanderern keine Spur, es könnte fast nicht besser sein.

MOORWASSER IST DIE URSACHE

Nach einiger Wegstrecke wird uns nun auch bewusst, warum die Schwarze Pockau so benannt wurde. Der Gebirgsfluss ist bräunlich gefärbt, einige Zuläufe stammen wohl aus Moorlandschaften. Er entspringt in Tschechien wo er Černá (auch Schwarzwasser) genannt wird. Damit ist dann auch die Namensgebung des Tals kein wirkliches Rätsel mehr.

Auf Waldwegen mäandern wir durch den Wald, der Fluss plätschert so vor sich hin. Immer wieder gibt es Sitzgelegenheiten, die zu einer Rast einladen. Nach einer Biegung ragt auf der gegenüberliegenden Seite eine große Felswand empor, die sogenannte Ringmauer. Mehrere Familien haben es sich auf dem Waldboden zu einem Picknick gemütlich gemacht, Kinder spielen am Wasser und versuchen einen Damm zu bauen. Es geht über eine Brücke und eine andere Felswand erscheint, der Aussichtsfelsen Katzenstein. Kletterer versuchen den Aufstieg, mir wird schon vom Zuschauen schwindelig, lieber Schau ich später nochmal von oben herunter.

WANDERN AUF EINEM WAALWEG?

So geht es einige Kilometer immer am Fluss entlang. An einem Wegweiser steht ein kleines Kinderfahrrad mit Schildern behangen. Ein Hinweis auf Kaffee Kurt, den wir später noch einen Besuch abstatten wollen. Der Wald tritt nun etwas zurück und öffnet sich einer kleinen Heide- und Graslandschaft. Die Hälfte der Wanderung ist geschafft und über den Neubrückenweg geht es zurück, um dem Grünen Graben zu folgen. Sofort muss ich an die Waalwege von Meran denken. Einige Kilometer geht es  einen kleinen Graben mit fließendem Wasser entlang, überdacht durch die Bäume des Waldes. Hach, das Wanderherz schlägt spürbar höher.

KULTIGES WALDCAFE IM SCHWARZWASSERTAL

Nicht lang und wir erreichen in der Tat das „Waldcafé“ von Kurt den Kaffeemann. Hihi, goldig. Direkt neben dem Weg  ist ein kleiner Unterstand in Dreiecksform aufgebaut, eine Art Zelt, worunter Kurt sein Tagwerk vollbringt. Er schenkt lecker Kaffee aus (ohne Mist, selbst aufgebrühtes Pulver schmeckt hier lecker), bietet allerlei Leckereien an und hat zu jedem ein nettes Wort. Der Arbeitsplatz scheint sehr beengt zu sein, man spürt deutlich, dass er dies mit wirklich großer Hingabe betreibt. Finde ich Klasse und kann jedem, der in der Nähe ist, einen Besuch guten Gewissens ans Herz legen.

AUSSICHTSFELSEN KATZENSTEIN

Frisch gestärkt geht es nun dem Aussichtsfelsen Katzenstein entgegen, welcher auch nach knapp einer ¾ Stunde erreicht ist. Ein kleiner Rastplatz lädt zum Stärken und verweilen ein. Die wirklich tolle Aussicht von hier über das Schwarzwassertal ist ein Genuss. Nach kurzem Aufenthalt geht es bereits dem Ziel entgegen. Es geht bergab zur Schwarzen Pockau, der wir noch etwas weniger als einen Kilometer folgen, um wieder am Ausgangspunkt der Wanderung zu stehen.

FAZIT – KLARE EMPFEHLUNG

Wir sind begeistert von der Wanderung. Wirklich tolle Waldlandschaft, ein schöner und einfach zu laufender Weg, eine angenehme Wegstrecke von ca. 14 km, welche nach Lust und Laune gern und unproblematisch erweitert werden kann. Es gibt zahlreiche Rastmöglichkeiten, wovon Kurt der Kaffeemann natürlich die Beste ist. Diese Wanderung kann ich jedem Wanderfreund nur wärmstens empfehlen.

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