Volkswandertag Großrückerswalde

Es ist Samstagmorgen, irgendetwas kurz vor 6 Uhr. Der Wecker hat noch nicht geklingelt, doch ich bin schon wach. Aufgeregt? Eigentlich nein, aber irgendwie scheint die innere Uhr zu wissen: Er will raus, wandern!
Eine Wanderung steht an. Es soll nach Großrückerswalde gehen, zum 25. Volkswandertag „Rund um Großrückerswalde“, die große Runde – 26 km. Der Ort befindet sich im Erzgebirge, zwischen Marienberg und Annaberg-Buchholz in hügeliger Landschaft eingebettet.

Nach einem stärkenden Frühstück und 45 Minuten Autofahrt hab ich den Startpunkt erreicht. Schnell noch anmelden und die Streckenskizze in Empfang nehmen. Rund um Großrückerswalde? Na ja, die Karte zeichnet eher einen Bogen weg und wieder zurück, aber das ist egal…wir wollen ja nicht kleinlich sein. Dann kann es losgehen.

UNTERWEGS GIBT ES „SPECKFETTBEMME“

Schnell verlassen ich den Ort, nach einem nur kurzen Anstieg geht es Richtung Boden wieder bergab, ziemlich steil. Hier biege ich auf einem Wanderweg ab, der früher mal ein Teil einer alten Bahnstrecke war. Die Gleiße wichen einem geteertem Wanderweg, der sich nun dahinschlängelt. Ein schöner Streckenabschnitt, immer entlang der Preßnitz, die wir mehrmals überqueren. Nicht lang und ich erreiche den ersten von insgesamt drei Kontrollpunkten in Streckewalde. Schnell den Stempel geholt und weiter, Durst und Hunger habe ich noch nicht, „Speckfettbemme“ (für alle Nichtsachsen: ein Brot mit Speckfett) ist auch nicht so nach meinem Geschmack.

Wir halten nun auf den Buchenberg zu, bleiben aber leicht unterhalb des Gipfels. Es geht durch Wald, bergauf und bergab. Vorbeigeht es an Schloss Hohenwendel, was leider momentan nicht ganz so sehenswert ist, es wird renoviert. Der Weg folgt nun der Markierung Richtung Thermalbad Wiesenbad. Dieser Kurort ist im Erzgebirge recht bekannt, ist er doch seit Mitte des 16. Jahrhunderts ein Thermalbad, heute mit Badehaus, Kurpark und Rehaklinik zur Behandlung von Erkrankungen des Haltungs- und Bewegungsapparates. Eine Behandlung bei mir ist noch nicht nötig, ich hole mir lediglich meinen zweiten Stempel und ein mit Quark beschmiertes Brot zur Stärkung.

EIN ZUG MAL ANDERS

Nun folgt der Weg ein Stück der Zschopau, die hier noch sehr klein ist. Den Schokoladefelsen hätte ich mir schon gern mal angesehen, er liegt aber doch etwas Abseits. Sieht er braun aus? Oder doch vielleicht lila?

Über Feldweg, entlang von Wiesen und Getreidefeldern, geht es vorbei an Neundorf in Richtung Falkenbach. Hier bieten sich immer wieder tolle Aussichten in Erzgebirge. Verschiedene Hügel und Erhebungen ragen aus der Landschaft heraus, wie die Franzenshöhe oder der Schafberg kurz vor Wolkenstein.

In Wolkenstein selbst gibt es für mich eine kleine Überraschung. Hier gibt es ein Zughotel. Ich stutze erst ein wenig, aber das ist wirklich ein Zug, der da steht. Er stammt noch aus DDR Zeiten, ist vielleicht 7 oder 8 Wagons lang und umfunktioniert zu einem Hotel mit Restaurant. Das nenne ich mal eine coole Idee. Gehört habe ich bisher noch nicht davon. Die spätere Recherche im Internet zeigt, das ist wirklich alles sehr nett anzuschauen und nicht zu teuer. Ich glaube, das merke ich mir nochmal vor.

DEM ZIEL ENTGEGEN

Nun ist es nicht mehr weit bis ins Ziel. Kurzzeitig verläuft die Runde auf dem Europäischen Fernwanderweg E3, der irgendwann einmal vom Schwarzen Meer bis nach Santiago de Compostela führen soll. Auch der internationale Bergwanderweg der Freundschaft Eisenach-Budapest ist Teil des E3.

Es geht noch einmal schweisstreibend hinauf nach Kohlau, dem letzten Kontrollpunkt für heute. Von da an passiert nicht mehr viel, knapp 1 Stunde später halte ich meine Zielurkunde in den Händen. Geschafft. Die Waden zwicken etwas. Alleine bin ich oft zu schnell unterwegs, da muss ich dran arbeiten.

Fazit: Eine schöne Wanderung durchs Erzgebirge mit tollen Aussichten, einem kleinen Highlight in Wolkenstein und tollem Wanderwetter.

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