Auf dem Malerweg von Prina nach Waitzdorf

Es ist Freitag, unser erster Tag, Start unserer ersten Weitwanderung auf dem Malerweg. Ein seltsames, jedoch freudiges Gefühl. Was wird uns erwarten? Geht alles gut? Haben wir auch nicht zu viel/zu wenig eingepackt? Diese Fragen stellen sich wohl die meisten, wenn es auf unbekanntes Terrain geht. Da hilft nur eins – einfach machen!
Also stellen wir das Auto in Pirna ab, laufen noch ca. 3 km bis zur Tafel des Malerweges, dem offiziellen Startpunkt. Es ist 10.40 Uhr.

Startpunkt des Malerweges
Startpunkt des Malerweges

Die ersten Kilometer sind schön.  Am Bachlauf der Wesenitz, später an Wiesen und Felder vorbei. Erste entfernte Sandsteinfelsen sind zu sehen, da müssen wir hin.  Leicht wellig geht es an Waldrändern vorbei bis wir auch schon das erste kleine Highlight erreichen. Das Uttewalder Felsentor. Beeindruckend anzuschauen wie der Fels hier zwischen den beiden empor ragenden Wänden klemmt. Auch Caspar David Friedrich wusste den Anblick zu schätzen. Sein Bild „Felsentor im Uttewalder Grund“ hält den Anblick fest, er war wohl ebenso beeindruckt wie wir.

Malerweg - Vorbei an Sonnenblumenfeldern
Es geht vorbei an Sonnenblumenfeldern
Das Uttewalder Felsentor
Das berühmte Uttewalder Felsentor

IN WEHLEN WIRD SICH BELOHNT

Danach wendet sich der Weg Wehlen zu, einem Ort direkt an der Elbe gelegen. Wir haben Tuchfühlung mit dem Weg aufgenommen, das Schreit also nach einer Belohnung: einem Eis, was sehr lecker schmeckt. Jedoch tauch wie aus dem Nichts das erste Problem auf. Meine Frau bemerkt, oh Schreck, dass es an einen Kamm mangelt. Jede Frau weiß nun sofort: DAS ist jetzt wirklich ein Problem. Es kommen ja noch einige Ortschaften, evtl. bietet sich da Gelegenheit, einen käuflich zu erwerben.

Wir verlassen Wehlen und von nun an geht es recht straff bergauf. Wandernd zwischen Bäumen hören wir einen Dampfer, der Wald versperrt uns leider die Sicht. Der Rucksack, nicht wirklich schwer, macht sich aber bemerkbar und drückt auf die Schultern.  4-5 Kilo sind halt doch ungewohnt. Es bieten sich erste Aussichten aus erhöhter Position über das Elbtal, genau das verbindet man mit dem Elbsandsteingebirge.

Langsam treffen wir auch mehr Wanderer, die Bastei ist nicht mehr fern. Wenn es einen sogenannten Hotspot im Elbsandsteingebirge gibt, dann ist es wohl dieser Punkt. Auf dieser Felsformation mit Aussichtsplattform hat man ein Hotel mit Restaurant errichtet. Von der Plattform hat man wirklich einen tollen Blick über die Elbe sowie weite Teile des Elbsandsteingebirges. Mit Bussen kommen die Touristen, es ist übervoll, Gedränge und vielsprachiges Stimmengewirr. Das ist schon fast zu viel des Guten, also schnell weg hier. Wir verdrücken uns abwärts über gefühlte tausend Stufen, unangenehm zu steigen da sie unterschiedlich weit und hoch sind.

Nach Wehlen geht es bergauf
Nach Wehlen geht es bergauf
Aussicht von der Bastei
Tolle Aussicht auf die Elbe von der Bastei
Blick ins Elbsandsteingebirge
Blick ins Elbsandsteingebirge

DEN MALERWEG FALSCH EINGESCHÄTZT

Langsam verstehen wir, warum für 11 km eine Zeitangabe von über 4 Stunden vergeben wird. Die An- und Abstiege fordern ihren Tribut, nicht nur Kraft, vor allem aber Zeit. Ein 5 km-Schnitt ist so nicht zu machen.

Mit dieser Erkenntnis erreichen wir den Amselsee, dieser lädt zum Ruderboot fahren ein, doch wir müssen weiter. In einem großen Bogen wenden wir uns Hohnstein zu. Immer wieder lassen wir den Blick in Richtung der fernen Felsen schweifen, der Lilienstein thront gut sichtbar im Süden. Weiter führt der Weg vorbei an unzähligen Sandsteinfelsen mit durchaus amüsanten Namen. Da gibt es die Ameisenwand, den Drachenkopf oder die Diebshöhle. Wir versuchen die Unterkunft anzurufen, um mitzuteilen, dass wir doch etwas später ankommen werden als erwartet. Leider ist die Netzabdeckung hier aber mehr als Bescheiden, es bleibt beim Versuch.

Treppen Elbsandsteingebirge
Immer wieder geht es solche Treppen hinab
Treppen der Brand Baude
Der Weg hat kein Erbarmen – nach der Brand Baude wider treppab

LECKERES ESSEN UND VIEL DURST

Kurze Zeit später erreichen wir die Brand-Baude. Ein kleines Stück ist es noch. Uns erwarten aber, ohh Überraschung, erneut zig Stufen abwärts, eigentlich reicht es uns nun. Kein Erbarmen scheint der Weg zu haben. Kaum zu glauben wie man sich bei der Planung verhauen kann. Als wir dann doch unten ankommen, geht es noch einmal steil und schweißtreibend bergan, ein allerletztes Mal für heute, aber wirklich. Erschöpft erreichen wir unser Ziel in Waitzdorf nach genau 30 km, die Waitzdorfer Schänke, es ist kurz nach 18.30 Uhr.

Wir machen uns frisch (auch ohne Kamm), das folgende Essen ist sehr lecker und gut. Da es den Tag über doch recht warm war, haben wir gefühlt unendlich Durst. Gut, das es auf der Etage einen Kühlschrank gibt, auch Nachts mache ich nochmal Gebrauch davon. Wir werden heute nicht alt, kurz nach 20 Uhr ist Schluss. Geschafft von der Anstrengung, mit schmerzenden Schultern, aber doch zufrieden, finden wir schnell in den Schlaf. Aber kurz davor frage ich mich: Haben wir uns Zuviel zugemutet? Kann man sich denn wirklich so verplanen? Dann übermannt mich doch der Schlaf…..zzzZZZZzzzzzz

Hier geht es zu den anderen Seiten vom Malerweg:

Vorbereitungen auf den Malerweg

2.Tag – Von Waitzdorf nach Saupsdorf

3.Tag – von Saupsdorf nach Gohrisch

4.Tag – von Gohrisch zum Ziel nach Pirna

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